Fruga… was? Wieso das?

Ich bin Frugalist

Es ist Neujahr – der Start für die guten Vorsätze. Man nimmt sich vieles vor und merkt am Ende des Jahres, dass davon doch wieder nichts eingehalten oder erreicht wurde. Doch jedes Mal sagt man sich: „Dieses Jahr wird alles anders! Dieses mal zieh ich es durch!“ Man kennt es. Immer wieder dieselbe Leier. Doch dieses Mal soll es bei mir tatsächlich anders werden. Dieses Mal möchte ich meine Ziele wirklich erreichen. Denn es sind nicht nur Ziele für dieses Jahr, sondern für den Rest meines Lebens. Von welchen Zielen ich rede? Nun, ich habe mir vorgenommen minimalistischer leben zu wollen, weniger und bewusster zu konsumieren, um dafür mehr sparen zu können. Dieses gesparte Geld möchte ich außerdem investieren, damit es nicht einfach irgendwo herumliegt, sondern sich im besten Fall „von selbst vermehrt“ oder wie es so schön heißt „das Geld arbeitet für mich“. Dieser Lebensstil den ich da beschreibe und anstrebe nennt sich Frugalismus.

Achtung Verwechslungsgefahr!

Frugalismus hat jedoch nichts mit Essen zu tun! Jedenfalls nicht vordergründig. Frugalisten sind nämlich keine Frutarier (oder auch Fruganer genannt)! Hier wird der Frugalismus nämlich mit dem Fruganismus verwechselt. Das stelle ich klar, weil es mir schon zweimal passiert ist, dass man mich gefragt hat, was ich denn essen würde, nachdem ich erwähnt habe, ich sei Frugalist. Doch was ist denn dann ein Frugalist beziehungsweise der Frugalismus? In seiner gängigsten und wohl strengsten Definition bedeutet es kurz und knapp: extrem sparsam zu leben. Das klingt nicht gerade positiv aber zum Glück kann jeder für sich selbst entscheiden, wie streng man diesen Weg verfolgt. Meine eigene Definition zu meinem frugalistischen Lebenstil wäre daher: finanzielle Freiheit durch bewusstes Konsumieren und Investieren zu erreichen. Dazu setzt man sich ein oder mehrere Sparziele und legt vorab fest wann und wie diese Ziele erreicht werden sollen. Das ist vor allem deshalb wichtig, um von Anfang an diszipliniert dran zu bleiben.

Doch was meine ich mit „finanzieller Freiheit“? Auch hierzu meine ganz eigene persönliche Definition: Ich bin Grafikdesigner und liebe meinen Beruf. Ich arbeite aber nicht nur deswegen, sondern auch weil ich es muss. Aus finanziellen Gründen bleibt mir, und den meisten von uns, wohl nichts anderes übrig als regelmäßig und ständig arbeiten gehen zu müssen. Ich habe aber, wie gesagt, zumindest das Glück dabei meine Arbeit auch zu lieben, was aber leider nicht jeder von sich und seiner Arbeit behaupten kann. Doch erst wenn das der einzige Grund ist, erst wenn man zu 100 Prozent das tun kann, worauf man auch wirklich Lust hat und keinesfalls aus finanziellen Gründen arbeiten müsste, dann ist man finanziell frei.

Jetzt denken die meisten bestimmt ‘Alles klar! Der Junge will Millionär werden!’. Ich aber antworte aus zwei Gründen dazu mit einem Nein:

1. Man muss kein Millionär sein, um finanziell frei zu sein.

2. Habe ein großes Ziel vor Augen und erreiche es mit vielen kleinen Zwischenetappen.

Vom blinden Konsumierer zum aktiven Kleinanleger

2018 – als ich mein Studium beendet hatte – nahm ich mir eigentlich vor, meinen Lifestyle nicht großartig ausarten lassen zu wollen. Ich wollte die Lifestyle-Inflation verhindern und ein Teil meines Gehaltes sollte eigentlich zur Seite gelegt werden. Nichts anderes hat mir schließlich meine Mutter ein Leben lang versucht einzutrichtern – für schlechte Zeiten zu sparen. Irgendwann werde ich beispielsweise mein Bafög zurückzahlen müssen. Aber auch andere unerwartete Ausgaben würden früher oder später auf mich zukommen.

Was ist allerdings passiert? Ich habe mir einen „Luxus“ nach dem Anderen gegönnt. Alles mit dem Argument: „Das brauche ich!“ oder: „Das gönn ich mir jetzt! Das Studentenleben war entbehrlich genug!“. Vielleicht aber auch unterbewusst aus Trotz zu meiner Mutter.

Möbel, Elektronik und sogar Dekokram für meine erste eigene Wohnung wurden gekauft. Kurztrips übers Wochenende in die verschiedensten Städte habe ich mir gegönnt. Als größte Einzelausgabe dabei war meine Augenlaser-Operation. Und Ende 2019 dann das Finale – eine kleine zweiwöchige Asien-Rundreise. Die Bilanz? Mein geplantes Sparziel wurde zu null Prozent erreicht. Das schlechte Gewissen plagte mich und so sollte 2020 endlich alles anders, alles besser werden. Ich begann mich wieder mehr für Nachhaltigkeit und den Minimalismus zu interessieren. Dazu schaute ich mir diverse Videos auf YouTube an, las mich durchs Internet und geriet so schlussendlich irgendwann zum Frugalismus.

Außerdem hatte ich mitbekommen, dass eine Arbeitskollegin von mir in ETFs investiert war und wollte sie ein bisschen dazu ausfragen. Sie gab mir daraufhin die Nummer eines Bekannten, der sie damals selber zu dem Thema beraten hatte. Doch bevor ich mich bei ihm melden würde, wollte ich mich zuerst selbst ein wenig dareinfuchsen. Ich wollte mir nämlich nichts von ihm andrehen lassen, von dem ich selber nichts verstand. Ich bin generell schon ein vorsichtiger Mensch und bei Finanzprodukten ist meine Vorsicht umso größer. Deshalb würde ich mich auch nie von einem Bankberater oder ähnlichen Schlipsträgern beraten lassen wollen (der Typ wäre keiner gewesen…). Das Vorurteil, diese Leute ziehen einem sowieso nur das Geld aus der Tasche, kommt ja nicht von irgendwoher…

Naja! Die Moral von der Geschicht: So kompliziert ist das Thema Finanzen gar nicht!
Ich meldete mich also gar nicht erst bei ihm, sondern vertiefte mich selbst mehr und mehr in die Materie des Investierens und in die Welt der Kleinanleger. Denn was ich daran auch gemerkt habe: Sich mit seinen eigenen Finanzen zu beschäftigen macht tatsächlich Spaß!

Genau das möchte ich euch gerne mit diesem Blog vermitteln. In der Hoffnung, dass es nicht nur mich selbst dabei motiviert dran zu bleiben, sondern den Einen oder Anderen auch dazu bewegt einfach und endlich mal anzufangen. Denn das ist es, worauf es am Ende ankommt – einfach mal anfangen!

So let’s start to Invest in our own future!

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