Plastik im Meer und überall

In einer Wegwerfgesellschaft wie unsere ist Müll unvermeidlich. Täglich entsteht weltweit tonnenweise neuer Müll, ein Großteil davon besteht aus Plastik. Es ist aus unserem Leben einfach nicht mehr wegzudenken. Egal ob es sich um Spielzeug oder Werkzeug handelt, um Trinkflaschen oder Brotdosen, um Verpackungen oder Müllbeutel, ja sogar in unserer Kleidung und Einrichtung steckt dieser Kunststoff komplett oder zum Teil. Wer darauf achten will plastikfreie Alternativen zu finden, der muss oft nicht nur lange suchen, sondern meist auch mehr bezahlen. Plastik ist billig. Perfekt für die Herstellung von Einwegprodukten oder billiger Massenware und hervorragend für eine konsumorientierte Gesellschaft wie unsere.



Doch warum ist Plastik bei Umweltschützern so in Verzug geraten? Plastik oder auch Kunststoff genannt, ist vor allem eines – langlebig. Prima, wenn es auch die Produkte wären aus denen sie hergestellt werden. Allerdings ist dies bei uns nicht der Fall. Langlebige Produkte? Eine Jacke länger als zwei Winter zu tragen oder Schuhe öfter als zweimal anziehen? Das ist lang! Sneaker kaufen und gar nicht erst anziehen? Genial! Im Regal stehend sind Sie unsere Kapitalanlage und sollen später für eine hohe Wertsteigerung sorgen. Doch es steigert vor allem eines – die Umweltverschmutzung.

Unsere Schuhe bestehen heutzutage zu fast 100% aus Plastik. Die guten alten Lederschuhe? Verpönt und oft zu teuer. Lieber zwei, drei „Plastikschuhe“ zum Preis eines Lederschuhs kaufen. Dann wird man auch nicht als Tierquäler abgestempelt, sondern ist genauso hip und trendy wie der Mainstream.

Was dabei allerdings kaum beachtet wird ist, dass ein Lederschuh bei guter Pflege durchaus mehrere Jahre halten kann, der „Plastikschuh“ hingegen meist nach der ersten Saison schon nicht mehr tragbar ist. Das macht ja aber nichts, waren schließlich günstig genug sie einfach wegzuschmeißen und Neue zu kaufen. Ein paar Schuhe auf der Müllhalde mehr oder weniger merkt doch eh keiner…(denken sich 2 Milliarden Menschen und wundern sich über den Müllberg…)



Ist Plastik (im Meer) wirklich so gefährlich?

 

Plastik kann lang- UND kurzlebig zugleich sein. Kurzlebig für uns aber dafür langlebig für die Natur. Plastik zersetzt sich nämlich nicht auf natürlichem Wege, es zerfällt bloß in immer kleiner werdende Teile – sogenanntem Mikroplastik. Dieser Prozess kann zwischen 400 und 500 Jahre dauern. In dieser Zeit sammelt sich eine Menge Plastikmüll an. Achtlos weggeworfen sorgt er für große Umweltprobleme.

Plastik das beispielsweise im Meer landet, schwimmt dort jahrelang umher. Es zerfällt nach und nach, bis es schließlich klein genug geworden ist, um von den Meeresbewohnern für essbare Nahrung gehalten und gefressen wird.

Meist tödlich endet es für die Tiere, weil die Plastikteile entweder ihre Mägen verstopfen und sie neben den gefressenen Kunstoffteilen zu wenig echte Nahrung aufnehmen und somit verhungern. Sie verhungern also mit vollem Magen…

Eine weitere Todesursache ist, dass sie von den größeren Plastikteilen verletzt werden können. Beispielsweise verfangen sie sich in weggeworfene Fischernetze oder strangulieren sich an Seilen.

Giftiges Plastik dank Weichmachern wie Bisphenol A (BPA)

Einige Stoffe, die zur Herstellung von Plastik verwendet werden, um gewisse Eigenschaften zu erzielen, sind ebenso gesundheitsgefährdend. Mit der Zeit lösen diese sich nämlich heraus und können dann toxisch auf ihre Umgebung wirken. So konnte bereits nachgewiesen werden, dass Fische, durch die hohe Aufnahme von Plastik, unfruchtbar wurden und ihre Hormone verrückt spielten. In besondere Kritik geraten ist hierbei der häufig verwendete Weichmacher Bisphenol A (BPA). Man stellte fest, dass BPA sich auch auf das menschliche Hormonsystem auswirkt und diesen empfindlich stören kann. Aufgrund seiner leicht östrogenen Wirkung, beeinträchtigt es beispielsweise das männliche Sexualverhalten. Außerdem ergaben einige Forschungen weitere Krankheitsbilder, wie Übergewicht, Unfruchtbarkeit (bei Männern), Krebs und Diabetes, in Verbindung mit BPA. Wegen mangelnder Langzeittests ist man sich allerdings uneinig, ob man diese offiziell bestätigen soll.

  • Zumindest die Verwendung von BPA zur Herstellung von Babyflaschen ist seit dem 01. März 2011 europaweit verboten worden.

Neben den Giftstoffen, die das Plastik abgibt zieht es außerdem noch andere Giftstoffe an und speichert sie. Somit ist das Wasser in dem die Kunststoffe schwimmen gleichermaßen verseucht wie die Tiere und Pflanzen, die sie aufnehmen.

Wir haben aus den Meeren und Ozeanen eine Müllhalde gemacht. Die Fische darin essen wir trotzdem. Wollen wir das? Nicht wirklich oder? Doch dann müssen wir uns entscheiden. Entweder: „Müll im Meer“ oder „Fisch auf dem Teller“?

Schlussendlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, ob er Verantwortung für die Natur übernehmen will oder wieviel er ihr stattdessen noch zumuten möchte…

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